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Winterschule wird renoviert — In altem Verschlag Tafeln und Tisch gefunden

23. Juli 2002, Kölner Stadtanzeiger

Hotel, Kulturwerkstatt und Café

An der Winterschule wird kräftig gebaut: Nachdem vor rund vier Wochen die Baugenehmigung eintraf, sind die Handwerker in Aktion. Wände werden durchgebrochen, Sanitäranlagen eingebaut, die Zimmer wiederhergestellt, die Fenster gemacht: Im Januar soll alles fertig sein. Denn dann sollen das Landarthotel, die Kulturwerkstatt, das Café und Bistro endgültig in Betrieb gehen.

Schon im August und September allerdings werden die ersten Kurse angeboten. "Gestalten in Ton", "Plastisches Gestalten mit Speckstein", "Keramik in Rakubrand" und "Malen mit Acryl" heißen die Seminartitel. "Wir wollen die Kurse im Garten veranstalten", sagt Gunhild Hermann, gemeinsam mit Ehemann Franz, Ursula Neumann und Sebastien Guesnet Besitzerin des Hauses. "Bei schlechtem Wetter nutzen wir ein Atelier im Keller.

Ärger mit dem Kreisbauamt
"Mit Artgenossen Art geniessen" Das Motto steht für ein Haus voll Kunst, für Seminare in den Bereichen Bodypainting, Malen, Maskenbau, Kalligraphie, Aktzeichnen bis hin zum Formen von Ton oder Gestein. Renommierte Künstler sollen die Kurse leiten. "Wir wollen nicht der Volkshochschule Konkurrenz machen", stellt Sebastien Guesnet klar. "Wir haben hohe Ansprüche". Außerdem sind Lesungen geplant, Austellungen, Künstlergespräche, Kleinkunst, Filme, Salonkonzerte, und, und, und. Wir hoffen natürlich, mit unseren Kursteilnehmern auch unser Hotel zu füllen", sagt Gunhild Hermann. Dennoch konzentrieren sich die Besitzer nicht nur auf Künstler-Gäste. "Wir müssen ja auch zusehen, dass das Gebäude sich trägt."

Das Einzugsgebiet der "artgenossen" wird zwar ganz Deutschland umfassen, der Schwerpunkt soll jedoch in den Regionen Köln, Bonn und Düsseldorf liegen. "Bis dahin müssen wir jedoch das Haus fertig machen", sagt Guesnet. Im Keller werden die Atelierräume untergebracht, im Erdgeschoss Café, Bistro und Seminarräume, im Obergeschoss das Hotel mit 13 Doppelzimmern.
Die Besitzer der Winterschule wünschen sich auch eine Außengastronomie, um das schöne Gelände im Sommer nutzen zu können. Das will das Kreisbauamt jedoch bisher nicht, da es Lärm für die Nachbarn fürchte. "Wir haben schon Gutachten angeboten", sagt Guesnet. Er kann nicht verstehen, warum sie als die Besitzer, die das denkmalgeschützte Haus wieder auf Vordermann bringen, in der Nutzung des Gebäudes eingegrenzt werden. Gunhild Hermann: "Wir haben ein Konzept, von dem wir der Ansicht sind, dass es trägt. Nun kommt es darauf an, in wie weit wir es auch umsetzen können."
Allerdings erfahren die Besitzer des Hauses auch Überraschungen: In einem Verschlag unter dem Dach haben sie noch Überbleibsel von Landfrauen- und Landwirtschaftsschule, den ehemaligen Besitzern des Hauses, gefunden: Zwei Tafeln und einen alten Schultisch. Guesnet:"Wir wüssten zu gern, wer die Sachen versteckt hat."

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